Sozialraumvernetzung

Sozialraumorientierung und regionale Vernetzung
Orientierung am Sozialraum und den Kölner Standards für Integrationsleistungen
Mit dem Ratsbeschluss zu „Sozialraumorientierten Hilfeangeboten in Köln“ vom 15.12.2005 stellte sich die Stadt Köln die Aufgabe, zusammen mit den freien Trägern der Wohlfahrtspflege „eine bedarfsgerechte, fächerübergreifende und damit integrierte Abstimmung der im Einzelfall erforderlichen Hilfen/Angebote“ zu erreichen. Die spezifische Situation in den unterschiedlichen Bezirken und Stadtteilen, zunächst insbesondere in denen mit einem besonders hohen sozialen Belastungsgrad, wird in der Entwicklung und Bereitstellung von Angeboten besonders berücksichtigt. Dabei sind die Bedarfe der Bevölkerung im jeweiligen Viertel der Ausgangspunkt der Projektentwicklung. Es gilt, die Ressourcen und Selbsthilfepotenziale im Viertel zu unterstützen und zu nutzen sowie die Kapazität und Kompetenz der Träger effizient und kooperativ einzusetzen (vgl. Rahmenkonzept der Stadt Köln zu Sozialraumorientierten Hilfsangeboten).
Die eva-gGmbH ist vorrangig im Stadtbezirk Ehrenfeld tätig. Durch die Vernetzung mit anderen Trägern besteht aber die Verbindung zu verschiedenen Standorten stadtweit.
Gleichzeitig sind wir bereits seit Jahren nachweislich eng mit dem Unternehmens-, Wohn-, Beratungs-, Bildungs- und Beschäftigungsumfeld in Kontakt. Durch unsere Vernetzung sind wir auch in der Lage, das jeweils beste Angebot für die Teilnehmer über den Stadtteil hinaus anbieten zu können. Die Vernetzung mit Institutionen der Stadt, freien Trägern, Kirchen, Unternehmen und Privatpersonen im jeweiligen Sozialraum dient der beruflichen Qualifizierung, Ausbildung und Vermittlung von Arbeitsstellen und der Unterstützung bei sozialen, gesundheitlichen, persönlichen und familiären Problemlagen.
Der aktive Aufbau und die Gestaltung von Netzwerken sowie die aktive Mitarbeit im Sozialraum zeigt sich beispielhaft darin, dass im Rahmen der individuellen Beschäftigung und Qualifizierung neben der intensiven Zusammenarbeit mit Arbeitgebern und öffentlichen Einrichtungen im „Veedel“ die jeweiligen Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit, der Gesundheits- und Suchthilfe, der beruflichen Qualifizierung und Weiterbildung u.v.m. intensiv genutzt werden. Für alle Teilnehmer in Maßnahmeangeboten werden diese Verbindungen genutzt, sei es für die Vermittlung in eine Praktikumsstelle, die Organisation der Kinderbetreuung, den Termin in der nächstgelegenen Schuldnerberatung oder den Sprachkurs Deutsch als Zweitsprache in Verbindung mit Berufsqualifizierung.

Qualitätsstandards des Jobcenter Köln für Eingliederungsleistungen
Seit dem 01.01.2005 gelten die mit Inkrafttreten des SGB II vom Jobcenter Köln (vormals ARGE Köln) entwickelten „Qualitätsstandards für die Durchführung von Eingliederungsleistungen gemäß dem Sozialgesetzbuch II im Jobcenter Köln“. Wir sind seit vielen Jahren zielgruppen- und sozialräumlich orientiert tätig und  im Kölner Hilfesystem sehr erfahren. Die eva-gGmbH verfügt mit ihrer langjährigen Tätigkeit im Rahmen der Beratung und Integration von Arbeitslosen über ausgewiesene Erfahrung im Bereich der Beschäftigungsförderung. Die Bereitstellung geeigneten, qualifizierten und mit Zielgruppen, Instrumenten und Sozialräumen vertrauten Fachpersonals ist sowohl unter fachlichen  als auch unter tarifrechtlichen Bedingungen gewährleistet. Die eva-gGmbH arbeitet an ihrem Standort aktiv im Stadtteil bzw. hat in der stadtteilbezogenen Arbeit schon seit vielen Jahren seine Kompetenz eingebracht. Wir wirken aber auch über den Bezirk und mit anderen Trägern in verschiedensten Verbünden zusammen, z.B. im Konsortium Kölner Beschäftigungsträge und in der Kölner Gemeinschaft zur Integrationsförderung (KGI) sowie in lokalen Netzwerken.
Die eva-gGmbH berücksichtigt die besonderen Anforderungen einer geschlechtsspezifischen Ausrichtung aller Maßnahmen in Planung, Durchführung und Bewertung. Die eva-gGmbH war an der Entwicklung und Ausgestaltung diverser Maßnahmen sowie an der Entwicklung von Falldokumentation und Berichtswesen maßgeblich beteiligt. Die fachlich versierte Dokumentation der Eingliederungsplanung in den jeweils gültigen Formularen und Systemen sowie die konstruktive Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Stadt Köln, der Agentur für Arbeit und des Jobcenter Köln richtet sich nach den Anforderungen der jeweiligen Beauftragungen. Die geltenden datenschutzrechtlichen Bestimmungen werden verpflichtend eingehalten. Die eva-gGmbH ist gemeinnützig und pflegt u.a. intensive und fruchtbare Arbeitskooperationen mit Mitgliedern aller Wohlfahrtsverbände. Unsere wirtschaftliche und organisatorische Stabilität zeigt sich in der langjährigen erfolgreichen Tätigkeit in Köln und der hohen Akzeptanz bei Auftraggebern und Arbeitsuchenden.

Arbeitsmarktrelevante Besonderheiten der Stadtbezirke
Die Situation in den verschiedenen Stadtbezirken ist geprägt von der jeweils spezifischen Stadtteilstruktur. Die Unterschiede erfordern eine differenzierte Betrachtung – jeweils gemäß den spezifischen Ausprägungen und Problemlagen. Daher wird im Folgenden auf die spezifische Arbeitsmarktsituation sowie auf deren Sozialstruktur und „Image“ der Stadtbezirke eingegangen.

Stadtbezirk Innenstadt
Der Stadtbezirk Innenstadt Köln umfasst die Stadtteile: Altstadt-Nord, Altstadt-Süd, Deutz, Neustadt-Nord, Neustadt-Süd. Er ist flächenmäßig der kleinste Stadtbezirk Kölns und weist die höchste Einwohnerdichte auf. Der Bezirk Innenstadt ist geprägt von seiner Bedeutung als touristisch ausgerichtetes Kultur-, Event- und Versorgungszentrum mit einer hohen Dichte an Geschäften und Dienstleistungen.
Der Stadtraum „Innenstadt-City“ ist durch seine höchst unterschiedlichen Anforderungen und Belastungen nicht unproblematisch. Einerseits bemüht sich die Innenstadt als Einkaufs- und Freizeitzentrum attraktiv zu bleiben, um den Angeboten auf der „grünen Wiese“ etwas entgegenzusetzen, andererseits leidet gerade dadurch ihr Ruf als Wohn- und Aufenthaltsort. Die Kölner Innenstadt versucht, sich als attraktiven Wohnort zu erhalten, einen Veedelscharakter zu behaupten, wozu nicht zuletzt bezahlbarer Wohnraum gehört. Es gibt eine Reihe von Initiativen für Wohnumfeldverbesserungen, die Neugestaltung von Plätzen und den Ausbau von wohnungsnahen Grün- und Freizeitflächen. Die Versorgungslage mit dem öffentlichen Personennahverkehr ist durch S-Bahnlinien, U-Bahnen und Buslinien sehr gut.
Es handelt sich um eher intellektuell und bürgerlich geprägte Stadtteile, was sich z.B. in der Ausprägung von Versorgungs- und gastronomischen Angeboten niederschlägt. Die Innenstadt ist auch beliebter Wohnort für Leute mit diversen künstlerischen und medialen Ausbildungen. Die Abwanderung zahlreicher Medienunternehmen aus Köln hat die Arbeitsmarktsituation dieser Personengruppe nachhaltig negativ beeinflusst. Die zunehmend geforderte Flexibilität am Arbeitsmarkt begünstigte in den letzten Jahren eine wachsende Anzahl von Unternehmen der Zeitarbeitsbranche. Dieser Trend spiegelt sich besonders in der Kölner Innenstadt durch deren überproportionale Ansiedlung wider. Der Verlust von Arbeitsplätzen, etwa im Versicherungswesen, bedroht die Attraktivität als Dienstleistungszentrum einschneidend. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze in zukunftsfähigen Branchen ist immens wichtig für eine intakte Innenstadt. Ebenso ist es notwendig, Handwerk und Dienstleistungsgewerbe auch im Zentrum zu erhalten.

Stadtbezirk Ehrenfeld
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Ehrenfeld, früher in einigen Stadtteilen geprägt von Fabriken, immer mehr zu einem Standort für das Dienstleistungsgewerbe verändert. Diese  Umbrüche haben dazu geführt, dass die Anzahl an Arbeitsplätzen im Bereich der Geringqualifizierten massiv zurückgegangen ist. Dieses zeigt sich auch in der relativ hohen Arbeitslosenquote des Bezirks.
Das Stadtbild wird heute von Bürgerhäusern aus der Gründerzeit, Industriedenkmälern, Kriegsbaulücken füllenden Mietshäusern aus den 1950er und 1960er Jahren sowie vom Wohnturm des Herkules-Hochhauses aus den 1970ern geprägt. Der ehemalige Arbeiter- und Industriestadtteil hat heute einen hohen Anteil von Migranten aus allen Teilen der Welt – fast ein Drittel der Bewohner hat Migrationshintergrund. Entsprechend vielfältig ist die Geschäftswelt mit vor allem türkischen und italienischen Geschäften und Betrieben, aber auch mit vielen weiteren Unternehmen aus Nah- und Fernost sowie aus Afrika. Ehrenfeld ist teilweise als sozialer Brennpunkt bekannt, der eine erhöhte Arbeitslosenquote aufweist. Dennoch wird Ehrenfeld als Wohnviertel immer beliebter – steigende Mieten und eine wachsende Zahl von Theatern und Szenekneipen zeugen davon.
Die Verkehrsanbindung ist durch drei U-Bahnlinien und Buslinien sehr gut gewährleistet. Gemäß Bewohnerstruktur befinden sich im Stadtbezirk eine Vielfalt von Beratungs- und Anlaufstellen für die Bearbeitung von sozialen Problemlagen, die zumeist im Zentrum des Bezirks – dem Stadtteil Ehrenfeld – gelegen sind. Die Vernetzung wird durch aktive Stadtteilarbeit der JobBörse und des Trägers gezielt gefördert (z.B. interkulturelle Stadtteilkonferenz, Webseite der sozialen Einrichtungen Newsletter Ehrenfeld).
Spezifische Problemlagen in Ehrenfeld sind der hohe Anteil von Jugendlichen ohne Ausbildung und eine große Häufung von Familien/Bedarfsgemeinschaften, die SGB II-Leistungen beziehen. Eine große Anzahl der hier lebenden Familien hat einen Migrationshintergrund. Ihre Lebenswelt ist gekennzeichnet von Arbeits- und Perspektivlosigkeit, die sich oft über mehrere Generationen erstreckt. Hier wird ein besonderer Unterstützungsbedarf deutlich. Auch verfestigte Strukturen materieller Armut wie in Bocklemünd/Mengenich machen ein Zusammenwirken verschiedener Akteure notwendig.
Ehrenfeld verfügt analog der Bewohnerstruktur und deren spezifischen Problemlagen über ein recht gut funktionierendes Netzwerk von sozialen Verbänden und Vereinen, allgemeiner Beratungs- und Hilfsmöglichkeiten, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Engagement von Kirchengemeinden, Institutionen für Familien und Senioren sowie diverse andere gemeinschaftliche Anlaufpunkte. In den Stadtteilen gibt es eine vielfältige Vereinsstruktur, Aktivitäten nachbarschaftlicher Hilfe und bürgerschaftlichen Engagements.

Einbindung in soziale, bürgerschaftliche und ökonomische Netzwerke
Die enge Verzahnung der eva-gGmbH am Standort ist für die Arbeit unabdingbar und ein entscheidender Faktor für die Durchführung von Angeboten. Die eva-gGmbH engagiert sich in ihrem Stadtteil/-bezirk zum einen, weil es sich um das Umfeld ihrer „Kunden“ handelt und die Kenntnis und Eingebundenheit darin die Handlungsmöglichkeiten deutlich verbessert, zum anderen, weil sozialräumliches Engagement eine notwendige Grundlage für die Entwicklung von Arbeits- und Qualifizierungsfeldern als sinnstiftende und wertschätzende Angebote bildet.
Wir arbeiten aktiv in verschiedenen sozialen, bürgerschaftlichen und ökonomischen Netzwerken mit, so dass eine ganzheitliche Einbindung in den Sozialräumen sichergestellt ist. Bestehende Kontakte und Kooperationen zu lokalen Behörden, Kommunen, regionalen Unternehmen, örtlichen Verbänden, Beratungseinrichtungen, Schulen und weiteren Trägern werden intensiviert und weitere Kontakte kontinuierlich aufgebaut. Die eva-gGmbH arbeitet aktiv in diversen fachspezifischen und regionalen Arbeitskreisen und Initiativen mit und ist Mitglied in verschiedenen Gremien. Durch unsere Teilnahme haben wir die Möglichkeit uns untereinander auszutauschen und erhalten zeitnah aktuelle Informationen über arbeitsmarkt- und bildungspolitische Entwicklungen sowie über regionale Projektvorhaben. Besonders die persönlichen Kontakte zu Vertretern örtlicher Organisationen und wichtigen Entscheidungsträgern sind wertvolle Ressourcen, auf die bei Bedarf zurückgegriffen werden kann. Neben dem Erfahrungsaustausch und der Informationsbeschaffung werden im Rahmen der Mitarbeit in Arbeitskreisen und Gremien gemeinsame Aktivitäten und Projekte konzipiert und umgesetzt, so dass unmittelbar die sozialräumliche Entwicklung mit gestaltet wird.
Gemeinsam mit sozialen Einrichtungen, die spezifische Zielgruppen-Angebote durchführen, z.B. für Migranten, Flüchtlinge, Frauen oder Jugendliche, arbeitet die eva-gGmbH konzeptionell und unterstützend an der Entwicklung und Durchführung von Projekten mit, die vom Coaching für Migranten bis zur aktiven Beteiligung an der Gründung einer Bürgerstiftung reichen können. Damit übernimmt die eva-gGmbH, neben ihrer Kompetenz im Bereich „Integration in Arbeit“, ebenso aufgrund ihrer sozialräumlichen Vernetzung und ihrer dort aufgebauten vielfältigen Angebotspalette, eine wichtige Rolle in weiteren sozialpolitischen Aufgabenfeldern.
Durch die effektive Netzwerkarbeit werden Kontakte und Kompetenzen gebündelt und umfangreiches Wissen zum Umfeld erschlossen. Informationen über Bedarfe, Anforderungen und Entwicklungen in Betrieben, Branchen und Stadtteilen sowie Kenntnisse über Projekte, Initiativen und Angebote der sozialen Hilfesysteme vor Ort bilden das Fundament für die Arbeit. Dieses Wissen ist unverzichtbar für die Entwicklung sinnvoller Arbeits- und Qualifizierungsfelder sowie für eine kontinuierliche Verbesserung der Handlungsmöglichkeiten. Zudem sind Kontakte zu örtlichen Akteuren und Wissen über soziale Hilfesysteme vor Ort Voraussetzung, um Kooperationen und Arbeitsbeziehungen zu ihnen aufbauen zu können. Die Notwendigkeit der intensiven Vernetzung kommt weiterhin zum Tragen, wenn bei Teilnehmern gravierende gesundheitliche, soziale oder familiäre Problemlagen auftreten, die einer professionellen Unterstützung bedürfen. Zur bedarfsgerechten und zielgerichteten Hilfe der Teilnehmer werden dann die örtlichen Beratungsstellen und weitere Einrichtungen des regionalen Hilfenetzwerkes systematisch einbezogen. Auf diese Weise kann den Teilnehmern eine fachlich versierte Unterstützung im direkten Umfeld zugesichert werden. So nutzen die wir die aktive Einbindung in regionale Netzwerke zur gezielten Aktivierung, Unterstützung und Vermittlung arbeitsloser Menschen.

Nachfolgende LINK zur Tabelle gibt einen weiteren Überblick über die Vernetzung der eva-gGmbH im  Stadtbezirk Ehrenfeld:

Übersicht der Angebote / Kontakte im Rahmen der Sozialraumorientierung und Vernetzung