Historie

Ehrenfelder Verein für Arbeit und Qualifizierung (eva) e.V.
Nachdem im Jahre 1983 die Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland erstmalig seit den 1950iger Jahren die 2 Mio-Marke überschritten hatte, entwickelten sich wie in anderen Großstädten auch in Köln Initiativen mit dem Ziel, Arbeitslosen durch Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen zu helfen, wieder eine Beschäftigung im regulären Arbeitsmarkt zu finden.
Im Jahre 1984 entwickelten Fritz Brinkmann, damals Abteilungsleiter des Kölner Stadtentwicklungsamtes und Walter Kluth, damals Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Ehrenfeld ein Konzept für die Gründung einer Beschäftigungsinitiative, die in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins betrieben werden sollte.
Die Gründung des Vereins erfolgte am 30.Januar 1985.
Die Aufgaben und der Zweck des „Ehrenfelder Verein(s) für Arbeitsbeschaffung“ e.V. waren:
•    Arbeitslosigkeit abzubauen durch Beschäftigung und Qualifizierung arbeitsloser Menschen im Rahmen von ABM (Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen) und Maßnahmen nach BSHG (Bundessozialhilfe Gesetze)
•    Dauerarbeitsplätze schaffen
•    Übernahme von Trägerschaften von Einrichtungen der Jugendhilfe
Zur Realisierung der satzungsgemäßen Ziele wurden Zweckbetriebe/Projekte in den Bereichen Bau/Trockenbau, Maler/Lackierer, Holz und Metallbau und Elektro entwickelt.

Der Ehrenfelder Verein, bei dem die berufspraktische und fachtheoretische Qualifizierung verstärkt in den Vordergrund rückte, änderte 1998 seinen Namen in „Ehrenfelder Verein für Arbeit und Qualifizierung“ e. V. Im Oktober 2003 wurde der operative Teil in eine gemeinnützige GmbH (eva-gGmbH) übertragen. Der Betrieb entwickelte sich unter der Leitung von Inge Bahmanyar, Dieter Brandl und Ulrich Dietzold entsprechend den Anforderungen der Stadt Köln und der Arbeitsverwaltung Köln positiv weiter.
Die handwerklichen Projekte im Rahmen des Stadtverschönerungsprogramms wurden ergänzt um zielgruppenspezifische Programme im Rahmen des bundesweit bekannten Kölner Modells wie „JobBörse“, „Sprungbrett“, „Wege in Arbeit“. Weitere Angebote der eva-gGmbH sind Projekte im Rahmen des Europäischen Sozialfonds sowie gemeinsame Projekte des Konsortiums Kölner Beschäftigungsträger. Hier haben die vier großen Kölner Beschäftigungsträger:
•    IB Arbeitsprojekt
•    Jugendhilfe Köln e.V.
•    Zug um Zug e.V.
•    eva-gGmbH
sich zu einem Konsortium zusammengeschlossen. Das Konsortium führt gemeinsam diverse arbeitsmarktliche Integrationsmaßnahmen im Auftrage der Stadt Köln, der Agentur für Arbeit Köln und seit 1.1.2005 für die ARGE Köln (heute Jobcenter Köln) durch. Wie:
•    JobPerspektive
•    ZAPF, Zentrum für Analyse von Potenzial und Fähigkeiten
Alle vier Träger sind gleichberechtigte Gesellschafter der KKB Konsortium Kölner Beschäftigungsträger Gesellschaft für Qualifizierung und Integration mbH.
Im Jahre 2009 beschäftigte und qualifizierte die eva-gGmbH durchschnittlich 350 arbeitslose Menschen. Um den Anforderungen der Auftraggeber gerecht zu werden, hat die eva-gGmbH zur Zeit 68 fest angestellte Mitarbeiter/innen für Qualifizierung, Integrationsbegleitung, Anleitung, Verwaltung und Geschäftsführung. Durch die Arbeitsmarktreform ergeben sich neue Herausforderungen in allen Bereichen. Hier betätigt sich der eva e.V. als Gesellschafter der eva-gGmbH als Ideengeber für weitere Entwicklungen geeigneter Maßnahmen, die eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt zum Ziel haben.

Im Jahre 2006 hat der Vorstand des eva e.V. beschlossen, ein Projekt zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements im Stadtbezirk Ehrenfeld zu initiieren, das Projekt „Engagiert in Ehrenfeld“. In diesem Zusammenhang kümmert sich eva e.V. um Wohnumfeldverschönerung, insbesondere die Bepflanzung von Baumscheiben mithilfe von Anwohnern. Im Grundschul- und Kitabereich werden Vorlesepaten gesucht und vermittelt. Außerdem unterstützt eva e. V. Anwohner bei der Planung und Durchführung von Straßenfesten.
Ein neues Projekt des eva e.V. seit 2010 heißt: „Balu und Du“.
Es ist ein ehrenamtliches Mentorenprogramm für Kinder im Grundschulalter.  Junge Erwachsene (Balus) zwischen 18 und 30 Jahren kümmern sich ein Jahr lang einmal in der Woche mehrere Stunden um ein Grundschulkind (Mogli), das in einer sozial belasteten Umgebung aufwächst. „Ziel des Projektes ist es, einer Entwicklung bei Kindern entgegenzuwirken, die sich später im Jugendalter als Devianz in ihren vielfältigen Formen zeigen könnte: Gewaltbereitschaft, Schulschwänzen und Schulverweigerung, Alkohol- und Drogenkonsum, Inaktivität, (Hass-)Kriminalität, Teenagerschwangerschaften, Selbstaggression…“ (Müller-Kohlenberg et al. In SQ-Forum 1/2003)
Koordiniert vom eva-e.V. werden 30-35 Grundschüler/innen von Balus begleitet. Das Projekt wurde im Jahr  2012 wissenschaftlich von Prof.Falk von der Universität Bonn evaluiert.